LeistungsdiagnostikMuskel und Energie Für jede Bewegung benötigt der Muskel Energie, ähnlich einem Motor. In unserem Körper gibt es viele Energieträger, für den Muskel ist ATP (Adenosin-5'-triphosphat) der Entscheidende. Jede auch noch so kleine Muskelzuckung verbraucht dieses ATP. Wir sind aber nicht in der Lage ATP mit der Nahrung aufzunehmen oder gar in Mengen zu speichern. ATP wird immer dann gebildet wenn der Muskel arbeitet und Energie benötigt. Für die Synthese von ATP stehen dem Körper verschiedene Wege offen, abhängig von der anfallenden Belastung und der benötigten Energiemenge
Vergleichbar ist dieses Prinzip am ehesten mit Strom, der einen Motor z.B in einem Küchengerät antreibt. Der Motor ist bei diesem Vergleich der Muskel und Strom ATP. Strom kommt zwar in der Regel aus der Steckdose, aber jeder weiß, dass Strom hier nicht entsteht oder gar gespeichert wird. Um Strom zu erhalten benötigen wir andere Energieträger, die in Kraftwerken in Strom „umgewandelt“ werden. Für die Stromproduktion stehen so z.B. Kohle, Öl, Gas, Windkraft und Wasserspeicher zu Verfügung. Im menschlichen Körper dienen als Brennstoffe Fett, Zucker und Kreatinphosphat. Aus diesen Stoffen kann im Körper verbrauchtes ATP resynthetisiert werden. Wichtig zu wissen ist, dass der Mensch nicht alle Energieträger gleichermaßen für die Bildung von ATP einsetzt. Wie beim Strom, nutzt der Mensch bei verschiedenen anfallenden Lasten die verschiede Energieträger unterschiedlich. Bei leichter Belastung erfolgt die Energiebereitstellung durch einen Mischstoffwechsel von vorwiegend Fett und in geringerem Masse Zuckerverbrennung unter Einfluss von Luftsauerstoff. Bei dieser Belastungsstufe spricht man vom extensiv-aeroben Bereich.Greifen wir das Beispiel des Stroms wieder auf, würde dies einer Energiegewinnung mit vorwiegend ökologisch sinnvoller Windkraft und nur in geringem Masse Kohle- bzw. Ölverbrennung entsprechen. Windkraft wäre mit dem Körperfett, Kohle und ÖL mit dem gespeicherten Zucker im Körper zu vergleichen. Wird mehr Energie benötigt, reicht die Windkraft jedoch nicht aus und es wird zunehmend auf Kohle und Ölverbrennung umgestiegen. Einen Nachteil haben alle diese vorgenannten Energieträger im Körper bzw. bei der Stromproduktion gemeinsam. Sie benötigen immer eine gewisse Vorlaufzeit bis die Energiegewinnung auf Hochtouren läuft. D.h. der Kessel im Kraftwerk muss ja erst erhitzt werden, im Körper ist dies nicht anders.Für sehr kurzfristige und extreme Belastungen steht dem Körper hier Kreatinphosphat zu Verfügung. Kreatinphosphat ist im Muskel gespeichert und kann sofort verbrauchtes ATP resynthetisieren. Hierbei wird keine Luft oder Sauerstoff benötigt und es entstehen auch keine Abfallstoffe. Problem ist nur, dass die gespeicherte Menge gerade einmal für eine Belastung von ca. 10 sec. ausreicht, z.B. für einen 100m Sprint. In unserem Strombeispiel entspricht das Kreatinphosphat dem Wasserspeicherkraftwerk. Hier entsteht auch Strom wenn der “Schalter“ umgelegt wird. Sehr schnell, aber eben nur solange wie Wasser im Speicher enthalten ist. Eine ausführliche Druckversion über die Grundlagen der Leistungsdiagnostik, Ausdauer und der Trainingsgestaltung erhalten Sie hier:
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